Strommix in Deutschland: Woher kommt unser Strom?

Strom ist im Alltag selbstverständlich: Er bringt den Kühlschrank zum Laufen, lädt das Smartphone, versorgt den Fernseher mit Energie und sorgt dafür, dass abends das Licht angeht.

Doch woher der Strom kommt, sieht man ihm nicht an. Im Stromnetz fließen Strommengen aus unterschiedlichen Erzeugungsanlagen zusammen. Windräder, Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerke und andere Kraftwerke speisen Strom ein, der anschließend über das Stromnetz zu Haushalten und Unternehmen gelangt.

Welche Energiequellen dabei eine Rolle spielen, lässt sich anhand des Strommixes nachvollziehen. Er zeigt, aus welchen Energieträgern sich eine bestimmte Stromlieferung zusammensetzt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt es dafür ein wichtiges Instrument: die Stromkennzeichnung. Sie zeigt, welche Energiequellen hinter einem Stromprodukt stehen und welche Umweltauswirkungen mit der Stromerzeugung verbunden sind.

Was ist der Strommix?

Der Begriff Strommix beschreibt die Zusammensetzung des Stroms nach den Energiequellen, aus denen er erzeugt wurde.

Dazu gehören beispielsweise:
• Windenergie: Strom aus Windkraftanlagen an Land und auf See
• Solarenergie: Strom aus Photovoltaikanlagen, vor allem bei Sonnenschein
• Wasserkraft und Biomasse: Erneuerbare, meist vergleichsweise stetig verfügbare Energiequellen
• Erdgas und Kohle: Fossile Energieträger, die weiterhin Teil der Stromerzeugung sind
• Sonstige Energieträger: Dazu können beispielsweise Abfälle oder Strom aus anderen Herkunftsnachweisen gehören

Dabei ist wichtig, zwischen dem deutschen Strommix und dem Strommix eines konkreten Stromanbieters oder Stromprodukts zu unterscheiden.

Der deutsche Strommix beschreibt die Zusammensetzung der Stromerzeugung beziehungsweise die gesetzlich vorgesehene Vergleichsgröße für Deutschland. Der Strommix eines Anbieters zeigt dagegen, aus welchen Energiequellen sich die von diesem Anbieter gelieferte Strommenge zusammensetzt.

Die Bundesnetzagentur schreibt vor, dass Stromlieferanten ihren eigenen Strommix dem durchschnittlichen Strommix in Deutschland gegenüberstellen. Dadurch können Verbraucherinnen und Verbraucher die Zusammensetzung eines Stromprodukts besser einordnen.

Der Anteil erneuerbarer Energien wächst
Deutschland erzeugt zunehmend Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden 2025 insgesamt 437,6 Terawattstunden Strom erzeugt. Davon entfielen 257,5 Terawattstunden auf erneuerbare Energieträger – das entspricht 58,8 Prozent der realisierten Stromerzeugung. Den größten Anteil unter den einzelnen erneuerbaren Energieträgern hatte die Windkraft.

Die konkreten Werte verändern sich jedoch von Jahr zu Jahr. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die aktuelle Stromkennzeichnung beziehungsweise die aktuellen Daten des jeweiligen Stromlieferanten.

Was zeigt die Stromkennzeichnung?

Die Stromkennzeichnung ist vereinfacht gesagt der Steckbrief eines Stromprodukts.

Sie zeigt, aus welchen Energieträgern sich der gelieferte Strom zusammensetzt. Außerdem enthält sie Angaben zu den Umweltauswirkungen der Stromerzeugung, insbesondere zu CO₂-Emissionen und radioaktivem Abfall. Zum Vergleich wird der deutsche Durchschnitt angegeben.

Damit können Verbraucherinnen und Verbraucher nachvollziehen, welchen Anteil erneuerbare, fossile oder andere Energieträger am jeweiligen Stromprodukt haben.

Die Stromkennzeichnung ist nicht nur eine freiwillige Information. Stromlieferanten sind gesetzlich verpflichtet, sie für ihre Kundinnen und Kunden bereitzustellen – unter anderem auf der Stromrechnung, auf der eigenen Website und in relevantem Werbematerial. Grundlage dafür ist § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes.

So lesen Sie eine Stromkennzeichnung richtig

Auf den ersten Blick können die verschiedenen Prozentangaben und Begriffe etwas kompliziert wirken. Für Verbraucher sind vor allem vier Punkte interessant.

1. Welche Energiequellen sind enthalten?
Der wichtigste Blick gilt der Zusammensetzung des Strommixes. Hier sehen Sie beispielsweise Anteile von Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft oder fossilen Energieträgern. Bei einem Stromprodukt, das laut Kennzeichnung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen besteht, weist die Stromkennzeichnung entsprechend ausschließlich erneuerbare Energiequellen aus.

2. Wie hoch sind die CO₂-Emissionen?
Die Stromkennzeichnung gibt außerdem an, wie hoch die mit der Stromerzeugung verbundenen CO₂-Emissionen des jeweiligen Mixes sind. Dadurch können verschiedene Stromprodukte miteinander verglichen werden.

3. Wie hoch ist der radioaktive Abfall?
Auch die mit der Stromerzeugung verbundenen Mengen an radioaktivem Abfall werden ausgewiesen. Das ist insbesondere relevant, wenn ein Strommix beispielsweise einen Anteil Kernenergie enthält.

4. Wie unterscheidet sich das Produkt vom deutschen Durchschnitt?
Der Vergleich mit dem deutschen Strommix hilft dabei, die Angaben eines konkreten Stromprodukts einzuordnen. So lässt sich unter anderem erkennen, ob der Anteil erneuerbarer Energie deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegt.

Was sind Herkunftsnachweise?

Wenn Strom als Strom aus erneuerbaren Energiequellen gekennzeichnet wird, spielen Herkunftsnachweise eine wichtige Rolle.

Ein Herkunftsnachweis ist ein elektronisches Dokument. Er enthält unter anderem Informationen darüber, wie und wo Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wurde. Dazu gehören die Energiequelle, der Standort der Erzeugungsanlage und der Zeitraum der Stromerzeugung.

Für die Kennzeichnung von Strom aus erneuerbaren Energien müssen Stromlieferanten entsprechende Herkunftsnachweise verwenden und entwerten. Dadurch wird verhindert, dass dieselbe Eigenschaft – also beispielsweise „aus Windkraft erzeugt“ – mehrfach vermarktet wird.

Herkunftsnachweise dokumentieren damit die Herkunftseigenschaft des Stroms. Sie sind allerdings keine Bewertung der gesamten ökologischen Qualität eines Stromprodukts. Dafür können zusätzliche Ökostromlabel relevant sein.

Was bedeutet Grünstrom?

Als Grünstrom oder Ökostrom wird im Allgemeinen Strom aus erneuerbaren Energiequellen bezeichnet. Dazu gehören beispielsweise Wind, Sonne und Wasser.

Wichtig ist dabei ein häufiges Missverständnis: Wenn Sie einen Grünstromtarif abschließen, fließt nicht plötzlich eine physisch getrennte Stromsorte durch Ihre Steckdose.

Das Stromnetz funktioniert als gemeinsames Netz. Strom aus verschiedenen Erzeugungsanlagen wird eingespeist und gemeinsam verteilt. Die Zuordnung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu einem Stromprodukt wird deshalb über die entsprechenden Nachweise dokumentiert.

Vonovia Grünstrom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Die entsprechende Stromkennzeichnung macht die Zusammensetzung des Produkts transparent.

Stromkennzeichnung von Vonovia Grünstrom

Die Stromkennzeichnung wird regelmäßig aktualisiert

Was unterscheidet Solarstrom von Grünstrom?

Solarstrom ist eine spezielle Form von Strom aus erneuerbaren Energiequellen: Er wird mit Photovoltaikanlagen aus Sonnenenergie erzeugt.

Damit gilt vereinfacht:

Solarstrom ist Grünstrom – aber Grünstrom ist nicht automatisch Solarstrom.

Denn Grünstrom kann aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen stammen, beispielsweise aus Windkraft, Wasserkraft oder Photovoltaik.

Bei Vonovia Solarstrom wird Strom direkt über Photovoltaikanlagen am Wohngebäude erzeugt. Nach den Vertragsbedingungen wird der dort erzeugte Strom zunächst innerhalb des Gebäudes beziehungsweise Quartiers genutzt. Reicht die lokale Erzeugung nicht aus, wird zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen.

Das macht auch einen wichtigen Unterschied zum klassischen Grünstromtarif: Solarstrom ist unmittelbar mit einer konkreten Erzeugungsanlage am Wohngebäude verbunden.

Stromkennzeichnung von Vonovia Solarstrom

Die Stromkennzeichnung wird regelmäßig aktualisiert

Warum verändert sich die Stromkennzeichnung?

Der Strommix eines Anbieters ist keine unveränderliche Größe. Die zugrunde liegenden Stromlieferungen und die dafür verwendeten Nachweise beziehen sich auf ein bestimmtes Stromlieferjahr.

Stromlieferanten müssen die Stromkennzeichnung für das jeweils vorangegangene Lieferjahr erstellen und veröffentlichen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes erfolgt die Veröffentlichung bis zum 1. Juli eines Jahres.

Deshalb kann eine Stromkennzeichnung, die heute auf der Website steht, andere Werte enthalten als eine Kennzeichnung aus dem Vorjahr.

Für Verbraucher ist das kein Widerspruch, sondern ein Ausdruck der jährlichen Aktualisierung.

Bei Vonovia Energie können Sie deshalb ebenfalls unterschiedliche Kennzeichnungen für die jeweiligen Stromprodukte finden. Die jeweils aktuelle Version zeigt, wie sich das betreffende Produkt für die jeweilige Kennzeichnungsperiode zusammensetzt.

Strommix, Stromkennzeichnung und Stromtarif: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden im Alltag schnell miteinander vermischt. Tatsächlich beschreiben sie unterschiedliche Dinge:

Strommix
Beschreibt die Zusammensetzung des Stroms nach Energiequellen.

Stromkennzeichnung
Macht diese Zusammensetzung sowie bestimmte Umweltauswirkungen für Verbraucher transparent und stellt sie dem deutschen Durchschnitt gegenüber.

Stromtarif
Beschreibt das konkrete Angebot eines Stromlieferanten – beispielsweise Preis, Vertragsbedingungen und die Art des angebotenen Stromprodukts.

Herkunftsnachweis
Dokumentiert die Herkunftseigenschaft von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und stellt sicher, dass diese Eigenschaft nicht mehrfach vermarktet wird.

Was sagt die Stromkennzeichnung über meinen Strom aus?

Die Stromkennzeichnung ist eine gute Möglichkeit, sich vor einem Tarifwechsel über die Zusammensetzung eines Stromprodukts zu informieren.

Sie beantwortet unter anderem Fragen wie:
• Aus welchen Energiequellen setzt sich der Strommix zusammen?
• Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien?
• Wie hoch sind die ausgewiesenen CO₂-Emissionen?
• Wie hoch ist der ausgewiesene radioaktive Abfall?
• Wie unterscheidet sich der Strommix vom deutschen Durchschnitt?

Damit schafft die Stromkennzeichnung eine gemeinsame Informationsgrundlage für unterschiedliche Stromprodukte.

Wer beispielsweise Wert auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen legt, kann anhand der Kennzeichnung prüfen, wie ein entsprechendes Produkt zusammengesetzt ist.

Fazit: Strommix verstehen und Stromkennzeichnung richtig nutzen

Der Strom aus der Steckdose hat keine sichtbare „Herkunft“. Im Stromnetz werden Strommengen aus unterschiedlichen Erzeugungsanlagen gemeinsam verteilt. Der Strommix und die Stromkennzeichnung machen trotzdem transparent, welche Energiequellen hinter einem Stromprodukt stehen.

Dabei lohnt sich der Blick auf die Details: Die Stromkennzeichnung zeigt nicht nur die Anteile der verschiedenen Energieträger, sondern auch ausgewählte Umweltauswirkungen und den Vergleich mit dem deutschen Durchschnitt.

Herkunftsnachweise sorgen dabei dafür, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen entsprechend gekennzeichnet und nicht mehrfach vermarktet wird.

Wer sich für Strom aus erneuerbaren Energiequellen interessiert, kann die Kennzeichnung deshalb als Orientierung bei der Wahl eines passenden Stromprodukts nutzen.

Bei Vonovia Energie stehen dafür unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung: Vonovia Grünstrom mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen sowie – je nach Wohngebäude und Verfügbarkeit – Solarstrom direkt aus einer Photovoltaikanlage am Gebäude.

Welche Stromversorgung an Ihrer Adresse verfügbar ist, können Sie direkt online prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Strommix in Deutschland?
Der deutsche Strommix beschreibt, aus welchen Energiequellen der in Deutschland erzeugte beziehungsweise gelieferte Strom zusammengesetzt ist. Dazu gehören unter anderem Windkraft, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse sowie fossile Energieträger. Die Zusammensetzung verändert sich von Jahr zu Jahr.
Woher weiß ich, woher mein Strom kommt?
Die Stromkennzeichnung Ihres Stromlieferanten zeigt, aus welchen Energiequellen sich der gelieferte Strom zusammensetzt. Sie finden sie unter anderem auf Ihrer Stromrechnung und auf der Website Ihres Stromlieferanten.
Warum stehen CO₂-Emissionen in der Stromkennzeichnung?
Die Angabe zeigt, welche CO₂-Emissionen rechnerisch mit der Stromlieferung verbunden sind. Sie erleichtert es, unterschiedliche Stromtarife auch unter Klimagesichtspunkten einzuordnen.
Was bedeutet 100 % Grünstrom?
Ein Stromprodukt mit 100 Prozent erneuerbaren Energien wird in der Stromkennzeichnung vollständig aus erneuerbaren Energiequellen ausgewiesen. Herkunftsnachweise dokumentieren dabei die entsprechende Herkunftseigenschaft.
Kommt Grünstrom direkt aus meiner Steckdose?
Nein. Im öffentlichen Stromnetz werden Strommengen aus unterschiedlichen Erzeugungsanlagen gemeinsam verteilt. Die Zuordnung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen zu einem Stromprodukt wird über die Stromkennzeichnung und Herkunftsnachweise dokumentiert.
Was ist der Unterschied zwischen Grünstrom und Solarstrom?
Grünstrom kann aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen stammen, beispielsweise Wind, Wasser oder Sonne. Solarstrom wird dagegen speziell mit Photovoltaikanlagen aus Sonnenenergie erzeugt. Bei Vonovia kann Solarstrom – abhängig vom Wohngebäude – direkt aus einer Photovoltaikanlage am Gebäude bezogen werden.

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